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Die Entstehung Trojas

 

Die Entstehung Trojas

nacherzählt von Angelika Werner

An der Küste Kleinasiens, dort, wo heute die Türkei ist, lag schon vor vielen hundert Jahren die Stadt Troja. Sie erhielt ihren Namen nach König Tros, der dort in alter Zeit regierte. Damals war die Stadt noch unbefestigt und ungeschützt. Einer der Söhne von König Tros hieß Ilos. Als Ilos eines Tages im Nachbarland Phrygien bei einem Fest die Kampfspiele gewann, erhielt er als Preis 50 Jünglinge, 50 Jungfrauen und eine Kuh. 
Der alte König von Phrygien übergab ihm die Geschenke mit der Weissagung eines alten Orakelspruches: " Folge der Kuh! Da, wo sie sich niederlegt, gründe eine Burg!"
Ilos nahm sich den Rat zu Herzen. Nach langer Wanderung erreichten sie Troja, und hier endlich legte sich die Kuh nieder. Ilos entschloss sich, auf einem nahe gelegenen Hügel die Burg Ilos zu bauen. Vorher aber bat er noch Zeus, den obersten der Götter, um Beistand.
Viele Jahre später regierte König Priamos das Land. Als seine Frau ihr zweites Kind zu Welt bringen sollte, sagte ein Wahrsager voraus, dass dieses Kind ein Junge werden würde, der aber über die Familie Tod und Verderben brächte.

Als das Kind geboren war, trug es ein Sklave in die Wildnis. Nach wenigen Tagen besuchte der Sklave voller Neugier die gleiche Stelle. Zu seiner Verwunderung fand er das Kleine unversehrt und gesund im Wald liegen. Er nahm es in seine Familie auf und nannte den Jungen Paris. Paris wuchs heran und lebte als Hirte im Gebirge.
Eines Tages lockten Paris Wettspiele in die Stadt Troja. Er beteiligte sich an den Kampfspielen und besiegte alle seine Brüder, die Söhne des Königs. Seine Schwester Kassandra hatte die Gabe der Weissagung und erkannte in dem stolzen Sieger ihren ausgesetzten Bruder. Da nahmen ihn seine Eltern voll Freude wieder in  der Familie auf. Dabei vergaßen sie die schreckliche Weissagung bei seiner Geburt. 
Einige Zeit später bekam Paris von seinem Vater einen wichtigen Auftrag. Er sollte die Schwester seines Vaters aus Griechenland zurück nach Troja holen.
Als er mit seinen Schiffen auf einer Insel im Mittelmeer landete, um die Göttin Aphrodite um Hilfe und Schutz zu bitten, begegnete ihm Helen aus Sparta. Sofort verliebte er sich in sie und entführte sie über das Meer nach Troja.
Als Helenas Mann, der griechische Fürst Menelaos vom Raub seiner Frau erfuhr, rief er die anderen Fürsten des Landes zu sich. Alle verbündeten sich mit ihm und beschlossen einen Kriegszug gegen Troja, um die schöne Helena zurückzuerobern.
Nach mehreren Wochen landeten sie mit ihren Schiffen endlich an der trojanischen Küste. Troja hatte sich schon auf den Kampf gegen die Griechen vorbereitet.. Allerdings wussten weder die Trojaner, noch die Griechen, dass dieser Kampf 10 Jahre dauern sollte.  
Während des Krieges wurden viele Städte des Landes zerstört und Tausende von Kriegern getötet. Nachdem nun so viele Jahre vergangen waren, beschlossen die Griechen, Troja mit einer List einzunehmen. Aber keinem der Fürsten wollte ein Mittel einfallen. Nur der listenreiche Odysseus meldete sich nach einer langen Zeit zu Wort. Er machte den Vorschlag, ein hölzernes Pferd zu bauen. Sein Bauch müsste so groß sein, dass sich die edelsten Helden in ihm verstecken könnten. Inzwischen sollten die Herscharen den Lagerplatz verwüsten und sich mit den Schiffen auf einer nahe gelegenen Insel zurückziehen. Nur ein unbekannter Grieche würde beim Pferd bleiben und es den Trojanern als ein Geschenk der Griechen preisen. Darauf rissen die Trojaner ihre Tore ein, um das Pferd in die Stadt zu holen und es der Göttin Athena zu weihen. Sei das geschehen, so könne der Grieche in der Nacht ein Klopfzeichen geben und alle Kämpfer entschlüpften dem Pferd. Ein Fackelzeichen gäbe dem im Hinterhalt liegenden Heer ein Signal zur Besetzung Trojas.
Odysseus Vorschlag wurde begeistert aufgenommen. Auch die Götter waren mit dem Vorschlag einverstanden. Alles geschah nach Odysseus Plan. Nach drei Tagen war das Werk vollendet.

Sobald die griechischen Schiffe verschwunden waren, stürmten die Trojaner in Scharen dem Ufer zu. Sie bestaunten das glatte hölzerne Pferd und gerieten darüber in Streit, was mit ihm geschehen solle. Sie beschlossen zuletzt, ihre Stadtmauern niederzureißen, das Pferd mit Rädern zu verstehen und in die Stadt zu ziehen. Ein großes Siegerfest beendete den Tag.
Um Mitternacht eilte Sinon, der Grieche, hinaus vor die Tore der Stadt und gab den Schiffen das verabredete Zeichen. Anschließend schlich er sich zu dem Pferd und pochte dagegen. Daraufhin öffneten die Helden leise die eingelassene Tür und schlüpften hinaus. Heldenhaft verteidigten die Trojaner ihre Stadt. Aber der Übermacht der Griechen waren sie nicht gewachsen. Trojaner und Trojanerinnen wurden als Gefangene auf die Schiffe geführt.
Menelaos begegnete seiner Frau Helena in den Gemächern der Burg. Zufrieden führte er sie aus dem brennenden Troja hinaus. Hoch in den Himmel stieg die Flammensäule und verkündete den Untergang der unglücklichen Stadt.

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