
Wer war eigentlich dieser Schliemann
Also, mal ganz ehrlich: Es gibt viele Menschen (auch Erwachsene), die haben den Namen Schliemann noch nie gehört. Heinrich war übrigens sein Vorname, und er ist weit über 100 Jahre tot. Und nach solch einem Manne heißt eure Schule, werdet ihr denken, womit hat er denn das verdient?
Ach ja, Ehrenbürger von Berlin (1881) war er auch, in einer langen Reihe von bekannten Namen wie z.B. Alexander von Humboldt (1856), Rudolf Virchow (1891), Willy Brandt (1970) und Herbert von Karajan (1973).
Doch was hat er gemacht, was hat er Großes geleistet, was wissen wir von ihm? Zunächst, er war ohne Frage ein Sprachgenie, man sagt, er soll sich insgesamt 20 Fremdsprachen selbst beigebracht haben. Und er war ein Fan von Sagen und geschichtlichen Erzählungen aus dem altem Griechenland. Zwei fast 3000 Jahre alte weltberühmte Versbücher des griechischen Dichters HOMER hatten es ihm besonders angetan, die "Irrfahrten des Odysseus" (Odyssee) und der "Trojanische Krieg" (Ilias).
Schließlich brachte er es in seinem kaufmännischen Beruf zu großem Reichtum, der es ihm gestattete, seinen größten Wunschtraum zu erfüllen: Er wollte sich und der Welt beweisen, "dass die homerschen Geschichten auf Wahrheit beruhten", er wollte die verschüttete Stadt Troja finden. Im Nordwesten der heutigen Türkei - so wie Homer diesen Ort beschrieben hatte - begann Schliemann 1871 mit 150 türkischen Helfern zu graben und fand schließlich nach drei Jahren einen unermesslichen Goldschatz, den so genannten "Schatz des Priamos" (heute in Moskau im Museum). Weitere erfolgreiche Grabungen in Griechenland waren für ihn der Beweis: Homer hatte Recht, seine Geschichten waren wahr.
Er erlangte dadurch Weltruhm, doch hatte er auch viele Neider und war Anfeindungen ausgesetzt. Heute wissen wir, dass er in seinem fanatischen und egoistischen Forschungsdrang so manchen Fehler begangen hatte, aber trotz allem als ein Bahnbrecher der vorgeschichtlichen Archäologie bezeichnet werden kann.
Übrigens, als er 14 Jahre alt war, musste er aus finanziellen Gründen die Schule verlassen. Auf seinem Zeugnis fand sich folgende Bemerkung: Er hätte " in den meisten Unterrichtsgegenständen genügend Kenntnisse erworben, wobei ihm freilich noch immer die rechte Umsicht und Klarheit abgeht"...

